Vereinschronik

Zusammengestellt im Jahre 1981 von Henry Schiersch für die Gemeindechronik
anlässlich der 750jährigen Jubiläumsfeier.

Überarbeitet von Lothar Schiersch in den Jahren 1998 und 2008 anlässlich
der 50 und 60jährigen Jubiläen des SSV Güster.

1948
Als nach dem 2. Weltkrieg Deutschland am Boden lag und zerstört war, der Flüchtlingsstrom nicht zu bewältigen war, die gesamte Bevölkerung zusammengedrängt, die damalige Jugend auf der Straße lag und nichts mit sich anzufangen wusste, schlossen sich etliche junge Männer zusammen mit dem Ziel, man müsste etwas für die junge Generation tun, eventuell einen Sportverein gründen. Es wurde zunächst eine interne Versammlung einberufen, beraten und die Gründung auf den 14.03.1948 festgelegt. Am 14. März 1948 um 16 Uhr wurde die Gründungsversammlung eröffnet und der "Spiel- und Sportverein Güster v. 1948"von dem damaligen 1. Vorsitzenden Henry Schiersch gemeinsam mit dem Sportkameraden Werner Möller aus der Raufe gehoben mit einem selbstangefertigten Wimpel. Da Referat zur Gründungsversammlung hielt der Hauptlehrer der Volksschule Güster, Herr Gustav Boltner. Es waren fast 50 Personen zugegen. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender : Henry Schiersch
Schriftführer : Friedrich Amrhein
Kassenwart : Karl Burmester
In dieser Aufstellung wurde die Erlaubnis zur Bildung des Sportvereins am 22.02.1948 bei der englischen Militärregierung in Ratzeburg eingereicht. Die Genehmigung wurde erst mit Wirkung vom 06.07.1948 erteilt, erst dann durften wir dem Sportbetrieb aufnehmen und dem Kreissportverband beitreten. Am 09.04.1948 wurden schon folgende Sparten ins Leben gerufen:
Fußballleiter: Hans Gasde
Damen-Handballleiterin: Elsbeth Hölker
Tischtennisleiterin: Elita Schreyer
Leichtathletikleiter: Henry Schiersch
Jugendabteilungleiter: Hubert Wanjura
Die Mitgliederzahl stieg im ersten Jahr gleich auf über 80 an. Eine Laienspielgruppe wurde im Herbst 1948 unter der Leitung von Henry Schiersch ins Leben gerufen. Es war eine schwere Zeit, mit einem Sportverein neu anzufangen. Fußballschuhe wurden über den Tauschweg angeschafft, Stutzen in blau-weiß wurden von den Grauen gestrickt, umkleiden nur im Freien, und dennoch war es eine schöne Zeit, alle waren zufrieden.

1951 / 1952
In den Jahren 1951/52 stellte Otto Burmester das Material für eine Holzbude ( ein kleiner Raum für den Ausschank und 1 Umkleideraum) (später blaue Bude genant) zur Verfügung.  1955  Im Jahre 1955 legte der 1. Vorsitzende Henry Schiersch sein Amt aus privaten Gründen nieder. Zum neuen Vorsitzenden wurde Karl Burmester gewählt, der dieses Amt bis zum Jahre 1965 ausführte.  1956  Ab 1956 wurde in jedem Jahr zweimal Preisschießen und -kegeln durchgeführt, um den Kassenbestand etwas aufzufrischen.

1957
Es kam das Jahr 1957, für den Verein sehr bedeutsam. Nach langem Tauziehen wurde dem SSV Güster endlich eine Baracke vom Kreis zugesprochen. Es kam nun eine Zeit, wo alle Sportkameraden unter der Führung des 1. Vorsitzenden Karl Burmester große Leistungen vollbrachten. Die Baracke stand in Mölln neben der Jugendherberge. Sie musste dort fachgerecht abgebaut und in Güster wieder verkleinert aufgebaut werden. Sie hatte eine Größe von 21 X 30 m und sollte in Güster in einer Größe von 12,5 X 16 m aufgestellt werden. Mit Zuschüssen vom Kreis und der Gemeinde wurden die Fundamente geschüttet und die Baracke so nach und nach aufgestellt.
So entstand 1 Waschraum mit Eimer, 1 Schiedsrichterraum, 4 Umkleideräume, 1 Geräteraum und 1 Handpumpe wurde gebohrt.
Leider konnten die Umkleidebaracke bis zum 10-jährigen Bestehen nicht fertig gestellt werden, es waren eben doch zu viele Arbeiten auszuführen.

1958 / 1959
Im Jahre 1958 wurde doch soweit alles geschafft, um sich umkleiden und waschen zu können, natürlich nur kalt.
Das 10-jährige Bestehen wurde gebührend gefeiert, der Mitgliederstand war auf 114 aufgerückt, also ziemlich konstant geblieben. Die Fußballsparte zählte 2 Herrenmannschaften und 3 Jugendmannschaften. Handball war inzwischen eingeschlafen. Ansonsten waren noch alle Sparten lebendig. Um das Training auch abends durchführen zu können, wurde von Karl Holst bis zur Umkleidebaracke ein Erdkabel verlegt und 4 Lampen eingesetzt. Es war für lange Jahre die einzige Trainingsbeleuchtung.

1960
Im Jahre 1960 wurden der Waschraum mit Pumpe und Druckkessel sowie einer Fontäne eingerichtet. Auch der 3 m hohe Zaun an der Hauptstraße wurde gebaut mit Unterstützung der Gemeinde und der Hanseatischen Kieswerk. Die Arbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt.  1961  1961 führte die Laienspielgruppe zunächst zum letzten Male einen Theaterabend durch. Es war kein Interesse mehr vorhanden, das Fernsehen verdrängte zu damaliger Zeit solcher Art von Gruppen.
Die Wasserversorgung war unzureichend. So wurde neben dem Erdkabel auch noch eine Wasserleitung von Karl Holst herübergelegt.

1963
Der Verein hatte 15 jähriges Bestehen. Es wurden die ersten silbernen Ehrennadeln überreicht, Die Mitgliederzahl war inzwischen auf 102 gesunken. Die Tischtennis- und Leichtathletiksparte hatte sich inzwischen aufgelöst, so dass es nur noch vorwiegend ein Fußballverein war.

1965
Am 18.01.1965 legte der 1. Vorsitzende Karl Burmester aus privaten Gründen sein Amt nieder, bis zur Jahreshauptversammlung führte der 2. Vorsitzende Karl Holst die Geschäfte. Karl Holst wurde dann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Es war nun ein Mann am Ruder, der für den SSV sehr viel tat und in die Vereinsgeschichte einging.
Um den Publikum entgegen zu kommen, wurden auf dem Sportplatz Sitzbänke aufgestellt.
Die Sportbaracke wurde zum Teil so baufällig, dass Reparatur bzw. Erneuerungen vorgenommen werden mussten. Als erstes wurden die Außenwände erneuert.

1967
In diesem Jahr wurden die Außenmauern West, Nord und Ost in Eigenleistung (Spenden und Zuschüsse von der Gemeinde Güster) durch festes Mauerwerk ersetzt, so konnte der Verfall zunächst gebremst werden.
Das Grundstück westlich des Sportplatzes wurde von Wilh. Brügmann als Training- und Parkplatz von dem Sportverein gepachtet.

1968
20 Jahre "SSV Güster". Die Mitgliederzahl ist auf 130 angewachsen.

1969
Das Jahr 1969 brachte wiederum eine Wende im SSV Güster. Am 22.03.1969 verstarb der erster Vorsitzender Karl Holst plötzlich und unerwartet. Er hatte sich um den Sportverein große Verdienste erworben. Für seine Unterstützung und Hilfsbereitschaft mit seiner gesamten Familie sei noch heute gedankt.
Auf der folgenden Jahreshauptversammlung wurde Henry Schiersch zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Der Mitgliederstand betrug 40 Jugendliche und 100 Erwachsene = 140 Mitglieder.
Am 09.06.1969 verstarb unser langjähriges Mitglied Ernst Bruhn. Er hat die gesamte Geschichte des Vereins mitgeprägt.
Von 1948 - 1967 war er unser Kassenwart und nebenher noch von 1954 - 1961 Schriftwart.
Es wurden Anträge an Kreis und Gemeinde gestellt zwecks Bau der sanitären Einrichtungen d.h. Kläranlage, Wasch- und Duschraum, Damen und Herrentoiletten, Wasserversorgung und Stromversorgung, sowie den Aufbau der Südwand mit Fenster.

1970
Im Jahre 1970 wurden die Anträge bewilligt und der Bau der vorher genannten Einrichtungen konnte vollzogen werden, mit einem Aufwand (vom Kreis DM 5.000,-- DM / von der Gemeinde Güster DM 6.850 / und Eigengeld DM 814,18) Gesamtaufwand DM 12.566,18 plus Eigenleistung von 533 Stunden. Das war der erste Bauabschnitt von 1970/71.

1971
Von Bedeutung war auch die Gründung einer Gymnastik-Sparte am 22.06.1971 mit 36 Mädchen und Frauen unter der Leitung von Gerlinde Hoffmann.

1972 / 1973
Der Umbau ging dann auch im Jahre 1972/73 weiter. Die Anträge an das Land, den Kreis und die Gemeinde über DM 11.000 wurde ausgebaut, mit Möbeln eingerichtet und mit E-Heizung versehen. Das Dach wurde mit Eternit gedeckt und mit neuen Dachrinnen versehen. nicht genug dessen, es wurden auch noch die Flutlicht-Anlagen für den Trainingsplatz erstellt und mit der Umzäunung des Sportplatzes begonnen.
Das 25-jährige Bestehen wurde gebührend gefeiert, der zweite Bauabschnitt vom Sportheim konnte präsentiert werden.
Die Mitgliederzahl war auf 72 Jugendliche und 194 Erwachsene, also insgesamt 266 Mitglieder angestiegen.
Der II. Bauabschnitt verschlang eine Summe von DM 11.048,45 und es wurden ca. 600 Stunden Eigenleistung von den Mitgliedern erbracht.
Die Flutlichtanlage wurde zum Herbst 1973 mit einem Aufwand von DM 5.700 plus Eigenleistung noch rechtzeitig fertig gestellt.
Der Vorstand schien rein 'bauwütig' zu sein. Es waren erneut Anträge zur endgültigen Fertigstellung des Sportheims gestellt.

1974
Im Jahre 1974 wurden folgende Baumaßnahmen durchgeführt: sämtliche Zwischenwände für die Umkleideräume massiv gemauert, alle Fußböden mit Estrich versehen, Sitzbänke und Garderobenhaken in den Umkleideräumen erneuert, Innentüren und Außentüren erneuert, Wasch- und Duschraum mit rutschfesten Fliesen ausgelegt, elektrische Installation zum Teil erneuert und 4 neue Konvektoren für die Heizung angeschafft. Der Aufwand betrug ca. DM 8.000, davon DM 5.000 von der Sportförderung und DM 3.000 von der Gemeinde Güster plus ca. 420 Std. Eigenleistung der Sportler.
Im Jahre 1974 wurde der erste Antrag an Kreis und Gemeinde zwecks Bau einer Mehrzweckhalle gestellt. um die ständig ansteigende Mitgliederzahl sportlich betätigen zu können. Ein Volkswandertag wurde zum ersten Mal durchgeführt und wurde dann fest in den nächsten Jahren in das Veranstaltungsprogramm eingebaut.
Trainingstore wurden in Eigenleistung aus Stahlrohr gebaut, das Material wurde von Otto Burmester jun. gestiftet.

1979 / 1980
In diesen Jahren wurde der Sportplatz mit Eigenmitteln und Eigenleistungen gründlich renoviert, der heutige Trainingsplatz entstand.
Die Tischtennissparte wurde aktiv unter der Leitung von Britta Strube und dem Trainer Heini Henkel. Auch die Laienspielgruppe wurde wieder aktiviert und führte einen Schwank mit 6 Darstellern auf, der sehr gut bei der Bevölkerung ankam. Die Leitung der Laienspielgruppe übernahm Ingrid Oppl.
Die Mitgliederzahl ist weiter angestiegen. Der Stand war: 104 Jugendlich und 267 Erwachsene, also 371 Mitglieder.
Um alle Sportler zu betreuen, braucht man ein breit gefächertes Angebot der Sportarten. Es wurde daher immer dringlicher, eine Mehrzweckhalle zu errichten.
Am 29.12.79 verstarb unser langjähriger Jugendleiter Siegfried Strube. Er war über 15 Jahre in der Fußball-Jugendarbeit tätig. Sein Tod war für den Verein ein schmerzlicher Verlust und Lücke die er hinterließ konnte schwer geschlossen werden.
Ein einmaliges Beispiel an Einsatzfreudigkeit gab auch unser Sportkamerad Heinrich Bruhn, der das Sportheim, die Anlagen und Geräte gepflegt und gehegt hat als wäre es sein Eigentum, ja, man könnte sagen, es war seine zweite Heimat. Er verstarb am 28.03.1980 plötzlich und unerwartet.
An dieser Stelle enden die Aufzeichnungen des damaligen 1. Vorsitzenden Henry Schiersch. Sie wurden zur 750 Jahrfeier der Gemeinde Güster verfasst.
Im Jahre 1980 zog unser langjähriger Mieter und 'guter Geist' im Sportheim Hans Marquard nach Hamburg. Die Wohnung wurde zu einer Küche und einer Mannschaftskabine umgebaut.

1982
Dem 1. Vorsitzenden Henry Schiersch wurde auf der Jahreshauptversammlung am 09.04.1982 vom damaligen 1. Vorsitzenden des KSV Herrn v. Zaluskowski eine Auszeichnung vom DFB überreicht.

1984 Nach jahrelangem Tauziehen wurde dann im Jahre 1983 mit dem Bau unserer Mehrzweckhalle begonnen, die dann am 01.09.1984 gebührend eingeweiht wurde. Gleichzeitig wurde das Sportheim gründlich renoviert und in Eigenleistungen umgebaut.
Durch diesen Bau stieg die Mitgliederzahl in den Folgejahren drastisch an, ein Zeichen dafür, wie nötig es war eine Mehrzweckhalle zu bauen. Auch die kulturellen Veranstaltungen der Vereine in Güster wurden dann mehr und mehr in der Mehrzweckhalle durchgeführt.
Am 1.07.1984 wurden dann mit dem Büchen - Siebeneichener Sportverein eine Handballspielgemeinschaft gebildet, die leider nur 5 Jahre hielt.

1987
Am 18.02.1987 verstarb dann 64-jährig einer unserer Vereinsgründer und langjähriger Vorsitzender Henry Schiersch. Er hatte sein Leben voll in den Dienst des SSV Güster gestellt und hinterließ dementsprechend eine riesige Lücke im Verein.
Auf Drängen des Vorstandes und des Bürgermeisters Wilhelm Brügmann wurde Lothar Schiersch überredet, das "Erbe" meines Vaters anzutreten.

1988
Über Arbeitsmangel brauchte sich der neue 1. Vorsitzende sich nicht zu beklagen, das 40-jährige Jubiläum unseres Vereins sollte gefeiert werden. Vom 11. bis 15. Mai 1988 wurde ein Festzelt auf den Trainingsplatz aufgestellt und eine Woche lang trafen sich die "Alten" und die "Jungen" des SSV Güster. Sie hatte sich natürlich eine Menge zu erzählen und tauschten ihre Erfahrungen aus. Die Jubiläumsveranstaltungen wurden gut besucht und verliefen erfolgreich.
"Warum haben wir eine neue Sporthalle und keinen neuen Sportplatz, Herr 1. Vorsitzender..." immer wieder forderten die Fußballer nun einen neuen Sportplatz. Es wurde ein Antrag an die Gemeinde gestellt, der jedoch abgelehnt wurde. Der Druck wurde erhöht und die Gemeinde beauftragte 1989 die Planung dieses Bauvorhabens. Daraufhin ließ sich Bürgermeister Brügmann dann auf der Jahrshauptversammlung zu folgende Aussage hinreißen: " Wir haben den Hallenbau geschafft, wir schaffen auch den Sportplatzbau", Der Anfang war getan, den Rest sollte die Zeit bringen.

1990
Am 13. 04.1990 wurde auf der Jahreshauptversammlung Sportfreund Karl Burmester zum Ehrenmitglied ernannt. Er ist Mitbegründer unseres Vereins, langjähriger 1. Vorsitzender, 2. Vorsitzender, Kassenwart, Schiedsrichter er hat sich in den 48 Jahren für unseren Verein verdient gemacht.

1991
Am 27.06.1991 wurde dann Herta Schiersch auf ihrem 70. Geburtstag ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannt. Sie ist an der Seite ihres Mannes Henry jeden Schritt im SSV mitgegangen und gehörte als Kassiererin lange Jahre dem Vorstand an. Ohne ihren selbstgestrickten SSV Wimpel findet auch heute noch keine Vorstandsitzung statt.
Der Startschuss zum Bau des neuen Sportplatzes fiel dann im Sommer

1992.
Aus Kiel wurde signalisiert, dass noch Gelder frei geworden wären: "Es muss nur schnell gehen". Erst nicht, dann schnell, so ist es nun einmal im Leben. Das hieß natürlich auch, dass eine neue Flutlichtanlage her musste; schließlich muss die alte Anlage dem neuen Sportplatz weichen. Auch hier wurden kurzer Hand Anträge gestellt und die neue Flutlichtanlage wurde komplett in Eigenleistung erbaut. W. Burmester, K. H. Naujoks, A. Holst und M. Heinemann stellten ihre Gerätschaften kostenlos zur Verfügung und die Fa. Elektrotechnik Gesche berechnete nur die Materialkosten.
Nebenbei wurde dann die so genannte "Blaue Bude" abgerissen. Mit Tränen in den Augen fiel das "Urgehölz" dem Abbruch zum Opfer. Dieses kleine Gebäude hat wohl am meisten SSV-Geschichte geschrieben. Die heutige Garage, die den Platz dafür einnahm, wurde auch komplett in Eigenleistungen errichtet. Das Material dafür lieferte die Gemeinde Güster.

1993
Am 24.07.1993 wurden dann der neue Sportplatz mit einem Freundschaftsspiel der 1. Herrenmannschaft gegen den 1.FC St. Pauli seiner Bestimmung übergeben. Die Kosten beliefen sich auf rund DM 483.000.

1994
Am 10.02.1994 verstarb plötzlich und völlig unerwartet 50-jährig unser langjähriger 2. Vorsitzender und Spartenleiter Klaus-Peter Pagel.

1995 Am 27.01.1995 verstarb unser langjähriger 2. Vorsitzender und Vereinswirt Otto Burmester senior. Er fand als Vereinswirt für die Sportler immer ein offenes Ohr und hat auch sonst viel für unseren Verein getan.
Nun hatten wir eine neue Sporthalle, ein neues Kassenhäuschen, eine neue "Rote Bude",eine neue Flutlichtanlage, einen neuen Sportplatz ... aber ein "altes" Sportheim. Das darf ja wohl nicht sein. Also mussten wieder neue Gedanken her und neue Gespräche. Mit wem? Natürlich mit der Gemeinde. Die Gemeinde schmiedete bereits Pläne für einen neuen Kindergarten. Der Gedanke, das Sportlerheim mit dem Kindergaren zu kombinieren war nicht weit entfernt und wurde dann auch in die Planung umgesetzt. Da Gemeinden keine Sportförderung mehr erhalten, baut nun der Sportverein das Sportheim; der Kindergarten wird vom Amt Büchen gebaut.

1997 Um den Um- und Neubau zu finanzieren, wurde allerdings erforderlich, die Satzung zu ändern und den Verein ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Aus diesem Grund kam es dann am 20.05.1997 zu einer neuen Gründungsversammlung. Anwesend waren der Rechtsanwalt und Notar Thomas Klahn, die Ehrenmitglieder Herta Schiersch und Karl Burmester, der Vorstand mit Lothar Schiersch, Hans-Werner Welling, Heike Hagedorn, Helga Strube, Egon Prange und Stefan Gräper, sowie der Bürgermeister der Gemeinde Güster Wilhelm Brügmann. Die Eintragung mit den drei erstgenannten Vorstandsmitgliedern erfolgte dann am 15.12.1997 und der Verein erhielt den Namen

"Spiel- und Sportverein Güster von 1948 e. V".

Somit waren alle Voraussetzungen gegeben um auch eine eventuelle Finanzierung des neuen Sportheimes nicht zu gefährden.

1998
Am 12.11.1998 verstarb Karl Burmester nach langer Krankheit. Er war Mitbegründer unseres Vereins, langjähriger 1. und 2. Vorsitzender, Kassenwart, Schiedsrichter und 1. Ehrenmitglied. Ein Bild im Vereinsheim soll an ihn und seine Leistungen für den Verein erinnern.
Gerne hätte ich es gesehen, wenn das neue Sportheim mit dem Kindergarten zum 50. Jubiläum des SSV Güster eingeweiht worden wäre, aber leider mussten wir auch bei diesem Bauvorhaben, wie bei allen anderen auch, viele Steine aus dem Weg räumen. Aber der Anfang ist getan und bald wird ein weiteres neues Gebäude unser Herz erfreuen, wie es alle anderen in 50 Jahren zuvor auch getan haben.

Tradition und Fortschritt haben sich in unserem Verein zu einer harmonischen Einheit verbunden, die eine weiter erfolgreiche Entwicklung gewährleisten kann. Dieses gelingt nur, wen immer wieder Frauen und Männer bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und tatkräftig unsere große Familie Sportverein zu unterstützen, mit dem Ziel Frohsinn, Lebensfreude und Gesundheit zu vermitteln und zu erhalten.

1999
So konnte der Kindergarten vollständig fertig gestellt am 01.05.1999 seiner Bestimmung übergeben werden. Die Fertigstellung des Sportheimes ließ dagegen noch ein wenig auf sich warten. Die vielen Eigenleistungen, die gefordert waren, wurden leider nicht im erhofften Maße erbracht. Auch fehlte es am nötigen Kleingeld; im Sportverein, als auch in der Gemeindekasse.
Der Sportverein nahm ein Darlehen von 100.000 DM auf.
Am 19.10.1999 verstarb unser Sportskamerad Hans Marquardt; zuvor feierte er noch seine Goldene Hochzeit am 03.09.1999 mit seiner Frau Dora. Die beiden bewohnten früher einen Teil unseres alten Sportheimes zum Wochenende und waren die gute Seele im Hause. Sie waren dem Sportverein sehr verbunden.

2000
Am 12.04.2000 verstarb unser "Förster" Heinz Koch. Er war 2. Vorsitzender von 1957 - 1959, Spartenleiter Fußball von 1959 - 1977 und Beisitzer im Vorstand von 1976 - 1987. Seine größten Erfolge verbuchte er mit der 1. Herrenmannschaft von 1965 und 1966 als Kreismeister, sowie 2. Platz in Schleswig-Holstein im DFB-Pokal. Das Endspiel ging 1969 gegen VFB Kiel verloren. Er wird uns immer in guter Erinnerung bleiben.
Der Kindergarten platzte gleich nach Fertigstellung aus allen Nähten. Zu groß war der Andrang der Kleinsten im Ort. Deshalb handelte das Amt sofort und schaffte einen Anbau für eine 2. Kindergartengruppe. Die Einweihung fand am 01.10.2000 statt.
Das Amt Büchen konnte seit Baubeginn nun schon die 2. Einweihung verzeichnen. Der Bau des Sportheimes konnte leider immer noch nicht fertig gestellt werden. Zu viele Eigenleistungen mussten noch erbracht werden.

2001
Der Endspurt über die Wintermonate wurde angezogen und die offizielle Einweihung des Sportheimes fand am 12.05.2001 statt. Der ? Günther Holdorf überreichte dem 1. Vorsitzenden Lothar Schiersch nach langer mühsamer Tätigkeit offiziell die Schlüssel.
Die Gemeinde brachte für die Erstellung 840.000 DM auf. Die Zuschüsse des Kreises beliefe sich auf 30.000 DM, die des LSV auf 80.000,- DM. Der Sportverein steuerte durch einen Darlehen 100.000 DM, sowie durch angesparte Eigenmittel 51.376,75 DM bei.
Hinzu kamen ca. 5000 Stunden Eigenleistungen, die im Verwendungsnachweis mit 15,- DM angerechnet wurden und somit 75000 DM betragen. Eine stolze positive Bilanz für einen Sportverein mit 700 Mitgliedern.
Der 1. Vorsitzende Lothar Schiersch erhielt für besondere Leistungen um den Fußballsport das KFV Ehrenschild für das Jahr 2001.

2002
Am 29.03.2002 wurde Lothar Schiersch auf der Jahreshauptversammlung als 1. Vorsitzender vom Kreissportverband mit der Verbandsehrennadel in Silber für hervorragende sportliche Verdienste ausgezeichnet.
Am gleichen Tage, nach 15 Jahren Vorsitz gemeinsam mit seinem Weggefährten Hans Werner Welling und der Kassenwartin Heike Hagedorn, verabschiedete er sich aus dem Vorstand.
Die drei haben 10 bis 15 Jahre die Geschichte des SSV gemeinsam als geschäftsführender Vorstand geleitet und großen Anteil an der Gestaltung der neuen Sportanlage von der ""Blauen Bude", über den Sportplatzneubau, bis hin zum neuen Sportlerheim.
Der neue geschäftsführende Vorstand setzte sich nun zusammen aus dem 1. Vorsitzenden Claus Huckstorf, den 2. Vorsitzenden Adolf Kornetzki und dem Kassenwart Uwe Brügmann. Letzterer trat von seinem Posten im Sommer 202 zurück. Den Poste als Kassenwart übernahm der damalige Beisitzer Helmut Burmester kommissarisch.
Im gleichem Jahr stellte der DFB ein Talentförderprogramm auf. Die geographische Lage und die infrastrukturellen Voraussetzungen, die für eine optimale und professionelle Trainingsdurchführung notwendig sind, gaben den Ausschlag für den Standort Güster. Der Vertrag über die Durchführung wurde am 07.08.2002 mit dem DFB geschlossen.

2003
Auf der Jahreshauptversammlung wurde Helmut Burmester offizell zum Kassenwart gewält und rückte so in den geschäftsführenden Vorstand auf.

2004
Auf der Jahreshauptversammlung am 09.04.2004 änderte sich erneut die Vereinsführung. Adolf Kornetzki wurde zum 1. Vorsitzenden und Angelika Schiersch zur 2. Vorsitzenden gewählt. Unter der Leitung von Helmut Burmester wurde im Vereinsheim der Tresen erbaut und eine Zuschauerabsperrung mit Bandenwerbung errichtet. Noch im selben Jahr konnte er 20 dieser Werbeflächen vermieten.

2005
Auf der Jahreshauptversammlung am 25.03.2005 traf Helmut Burmester aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Kassenwarts zurück. Seine Nachfolge übernahm Heike Wolgast.
Nach jahrelangen Bemühungen den Trainingsplatz mit einer Unterflurberegnung zu versehen, fiel dann im Frühjahr 2005 der Startschuss für den dafür erforderlichen Neubau eines Brunnens.

In der Sommerpause wurde dann die Beregnungsanlage eingebaut. Die Fördermittel betrugen vom LSV 900,- €, vom KSV 7304,62 € und von der Gemeinde 21.825,47 €.
Mit den Eigenmitteln von 7304,63 € betrug dann die Summe für die Gesamtbaumaßnahmen 37.334,72 €.

2008
Der 60. Geburtstag unseres Sportvereins kennzeichnet sicherlich nicht das Ende oder den Beginn eines in sich abgeschlossenen Zeitabschnittes; er stellt vielmehr einen wichtigen Markierungspunkt dar, der zu einer kurzen Besinnung aufruft – zu einem Innehalten in unserem doch recht hektischen Alltag, der auch das Vereinsleben weitgehend beherrscht. Dieser runde Geburtstag ist aber vor allem ein Grund zur Freude und Dankbarkeit.
Die Sportvereine sind seit jeher Ausdruck des Willens und der Tat, sich das Leben in einem wichtigen Lebensbereich – dem der Freizeit – selbst zu gestalten.
Früher ebenso wie heute finden Menschen im Sportverein vor allem
- Kameradschaft und Freundschaft,
- Menschliche Nähe und Geborgenheit,
- Körperliche Ertüchtigung und gesunde Bewegung,
- Fairen Wettkampf und objektiven Leistungsvergleich,
- Herausforderungen und Anerkennung,
- Spiel und Realität.
Die Belebung des Vereins fordert aber auch von den Mitgliedern:
- Mitwirkung,
- Mitbestimmung und
- Mitverantwortung.
Gerade das demokratische und soziale Verhalten und Handeln hat den SSV in den 6 Jahrzehnten seines Bestehens wesentlich gestaltet und stets weiterentwickelt. Immer wieder haben sich Frauen und Männer gefunden, die bereits waren, ihre Neigungen und Fähigkeiten und vor allem ihre Arbeitskraft in den Dienst dieser Gemeinschaft zu stellen.
Der SSV Güster hat sich über mehrere Generationen hinweg seine eigene und unverwechselbare Identität bewahrt. Wichtige Voraussetzungen hierfür waren Idealismus und Engagement als solide und dauerhafte Grundlage, auf die der Verein schon bei seiner Gründung gestellt wurde. Der darauf aufbauende vorbildliche Gemeinschaftsgeist hat bisher alle Herausforderungen und Schwierigkeiten gemeistert, denen sich der Verein im Laufe seiner langen Geschichte von außen, aber auch von innen ausgesetzt sah. Die Vereinschronik ist ein eindrucksvoller Beweis dafür.
Denken wir heute einmal mehr in Dankbarkeit an die Mitglieder, die mit hohem Verantwortungsbewusstsein und großem Gemeinschaftssinn unseren Sportverein seit seiner Gründung geformt und geprägt haben.
Wir sollten uns immer bewusst werden, dass die Zukunft in der Vergangenheit wurzelt, aus ihr lebt und sich aus ihr entwickelt. So sollten wir auch zum heutigen Jubiläum des SSV Tradition und Fortschritt zu einer Einheit verschmelzen, die auch den Herausforderungen an den Sportverein der Zukunft standhält.
Der Sportverein gehört als unverzichtbarer Bestandteil der sportlichen und geselligen Freizeit zum Lebensstil der Menschen unserer Zeit. Deshalb wird sich das Motto, das seit der Gründung unseres Sportvereins bis zum heutigen Tag gilt, auch in der Zukunft bewähren:

Im SSV Güster ist Sport am schönsten!